VSME-Nachhaltigkeitsberichterstattung: Praxisleitfaden für KMU
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Wenn Sie zunächst klären möchten, ob Ihr Unternehmen überhaupt Nachhaltigkeitsberichterstattung braucht, beginnen Sie mit dem breiteren Beitrag zur Nachhaltigkeitsberichterstattung für KMU. Dieser Leitfaden geht tiefer in den VSME-Standard selbst.
Wenn Sie Finanzen, Betrieb oder Nachhaltigkeit in einem KMU verantworten, haben Sie wahrscheinlich schon einen ESG-Fragebogen von einer Bank oder einem großen Kunden gesehen. VSME ist die strukturierte Antwort auf diesen Fragebogen.
EFRAG hat den Voluntary Sustainability Reporting Standard for non-listed SMEs veröffentlicht, damit kleine und mittlere Unternehmen einen Bericht erstellen können, der wiederverwendbar ist, statt für jede Gegenpartei eine andere Tabelle auszufüllen.
Warum VSME existiert
CSRD bringt große Unternehmen in die verpflichtende ESRS-Berichterstattung. Diese Unternehmen brauchen Daten von Lieferanten und Beteiligungen, also häufig von KMU. Ohne gemeinsamen Standard entstehen immer neue Fragebögen.
VSME standardisiert diese Anfrage. Ein VSME-Bericht soll verhältnismäßig, freiwillig und ausreichend sein, um typische Datenanforderungen von Banken, Versicherern, Kunden und Investoren zu beantworten.
Module Basic und Module Comprehensive
VSME besteht aus zwei Modulen. Viele KMU sollten mit Basic starten und Comprehensive erst ergänzen, wenn eine Gegenpartei es verlangt.
Module Basic
Basic ist der Mindestumfang. Er ist für KMU und Kleinstunternehmen gedacht und nutzt Daten, die häufig bereits vorhanden sind:
- Allgemeine Unternehmensinformationen
- Energieverbrauch und Treibhausgasemissionen Scope 1 und Scope 2
- Umweltangaben wie Wasser oder Verschmutzung, soweit relevant
- Beschäftigtenzahl, Geschlechterverteilung und Arbeitsform
- Arbeits- und Gesundheitsschutzkennzahlen
- Vorhandensein wichtiger Richtlinien, etwa Korruptionsprävention und Menschenrechte
Basic vermeidet bewusst Ziele, vollständige doppelte Wesentlichkeit, Wertschöpfungskettendaten und Scope 3.
Module Comprehensive
Comprehensive baut auf Basic auf und ergänzt:
- Geschäftsmodell und Strategie
- wesentliche Nachhaltigkeitsthemen in leichterer Methodik als ESRS
- Ziele und Übergangsplan-Elemente, soweit vorhanden
- Scope-3-Kategorien, wenn Daten verfügbar sind
- Wertschöpfungsketten- und Menschenrechtsinformationen
Comprehensive ist sinnvoll, wenn Banken, Investoren oder große Kunden mehr Kontext verlangen als Basic liefert.
Welche Reihenfolge pragmatisch ist
Ein guter erster Durchlauf folgt nicht der perfekten Berichtslogik, sondern der Datenverfügbarkeit:
- Unternehmensprofil sichern. Rechtsform, Sektor, Beschäftigte, Standorte und Berichtsjahr.
- Energie und Emissionen erfassen. Strom, Gas, Kraftstoff und Kältemittel sind meist die wichtigsten ersten Kennzahlen.
- Belegschaft und Sicherheit ergänzen. Headcount, Arbeitsformen und Vorfälle lassen sich oft aus HR- oder Arbeitsschutzdaten ziehen.
- Richtlinien nachweisen. Vorhandene Leitlinien, Kodizes und Verfahren als Ja/Nein-Angaben mit Referenz erfassen.
- Lücken als Nachfragen steuern. Fehlende Dokumente gezielt an Betrieb, HR, Einkauf oder Legal senden.
Was nicht in Basic hineingezogen werden sollte
VSME Basic soll klein bleiben. Vermeiden Sie im ersten Zyklus:
- vollständige ESRS-Strukturen
- umfassende Scope-3-Modellierung ohne Datenbasis
- doppelte Wesentlichkeit mit Beratermethodik
- große Zielsysteme ohne bestehende Steuerung
- manuelle Fragebogenlogik pro Gegenpartei
Der Nutzen entsteht gerade dadurch, dass Basic schnell prüfbar wird und danach wiederverwendet werden kann.
Wie VerdeLedger den Ablauf unterstützt
VerdeLedger hält die Arbeit in einem Arbeitsbereich:
- Dateien werden aufgenommen und bleiben editierbar.
- VSME-Abschnitte bleiben in Standardreihenfolge.
- KI-Vorschläge füllen erste Metadaten und Abschnittsnotizen vor.
- Fehlende Nachweise werden als begrenzte Anfrage verschickt.
- PDF, DOCX und xBRL folgen dem aktuellen Prüfstand.
So entsteht ein Bericht aus vorhandenen Nachweisen, ohne dass ein KMU zuerst ein leeres Berichtsdokument pflegen muss.
Weiter in unserer Reihe: VSME Basic Walkthrough, doppelte Wesentlichkeit für KMU, Scope 3 für KMU, Carbon Accounting Grundlagen, und was CSRD-Unternehmen von KMU-Lieferanten verlangen.
Häufige Fragen
Ist VSME verpflichtend?
Nein. VSME ist ein freiwilliger Standard von EFRAG für nicht börsennotierte KMU. Er hilft kleineren Unternehmen, ESG-Datenanfragen von Banken, Kunden und Investoren in einem einheitlichen Format zu beantworten.
Was ist der Unterschied zwischen VSME Basic und Comprehensive?
Basic umfasst Mindestangaben, die viele KMU aus vorhandenen Daten liefern können: Energie, Emissionen, Belegschaft und Richtlinien. Comprehensive ergänzt Geschäftsmodell, Ziele, Wertschöpfungskette und weitergehende Nachhaltigkeitsthemen.
Wie hängt VSME mit CSRD und ESRS zusammen?
CSRD verpflichtet große Unternehmen zur ESRS-Berichterstattung. VSME ist ein vereinfachter, freiwilliger Standard, der aus der ESRS-Logik abgeleitet ist und Datenanfragen aus der Wertschöpfungskette beantworten soll.
Brauche ich für VSME Basic eine doppelte Wesentlichkeitsanalyse?
Nein. VSME Basic verlangt keine doppelte Wesentlichkeitsanalyse. Comprehensive erwartet eine leichtere Bestimmung wesentlicher Nachhaltigkeitsthemen, aber nicht die volle ESRS-Methodik.